Wie funktioniert eine Energieberatung?

Eine Energieberatung in kleinen und mittleren Unternehmen wird in der Regel in zwei Phasen eingeteilt: Initialberatung und Detailberatung.

In der Initialberatung findet die Analyse des Istzustands im Unternehmen statt. Während der Detailberatung findet eine umfassende Analyse ausgewählter Prozesse und die Erarbeitung konkreter Energieeffizienzmaßnahmen statt. Übrigens muss sich eine Energieberatung nicht auf die Erarbeitung geeigneter Energieeffizienzmaßnahmen beschränken. Sie können den Berater auch damit beauftragen, die Umsetzung der Maßnahmen zu begleiten.

Initialberatung

Im Fokus der Initialberatung steht die Analyse des Ist-Zustands in Ihrem Unternehmen. Diese kann alle Energieanwendungen umfassen oder sich auf einzelne ausgesuchte Bereiche konzentrieren.

Im Rahmen der Analyse werden die aktuellen Energieverbräuche und -kosten erfasst und dokumentiert. Anhand dieser Daten kann der Energieberater abschätzen, bei welchen Prozessen ein hohes Einsparpotenzial zu erwarten ist und sich weitere Untersuchungen lohnen.

Zum Abschluss der Initialberatung kann Ihnen der Energieberater bereits Hinweise auf schnell umsetzbare Maßnahmen zur Senkung von Energieverbrauch und -kosten geben.

In der Regel braucht der Berater für eine Initialberatung etwa zwei bis drei Arbeitstage. Sie können seinen Arbeitsaufwand reduzieren, indem Sie ihm die Energieverbrauchsdaten Ihres Unternehmens möglichst vollständig bereitstellen.

Abgerechnet wird die Initialberatung üblicherweise über das Tageshonorar des Beraters. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die öffentliche Hand einen wesentlichen Teil des Beratungshonorars.

Fünf Schritte

Schritt 1: Erstgespräch mit dem Energieberater

Nachdem Sie einen geeigneten Energieberater ausgewählt haben, wird das Vorgehen abgestimmt und der Beratungsumfang festgelegt. Der Energieberater informiert Sie über seine Lestungen, stellt seine Vorgehensweise und Methodik vor.

Schritt 2: Daten für den Energieberater zusammenstellen

Für die Initialberatung greift der Energieberater auf Daten zurück, die Sie ihm zur Verfügung stellen. In der Regel führt er innerhalb der Initialberatung keine eigenen Messungen durch. Die Abfrage und Erfassung der Energiedaten erfolgt meist anhand eines ausführlichen Fragebogens.

Schritt 3: Ortsbegehung des Energieberaters

Durch die Ortsbegehung verschafft sich der Berater einen ersten Eindruck von den Systemen und Anlagen in Ihrem Unternehmen. Sie Sollten ihm daher alle wichtigen Prozesse und Anlagen sowie die Versorgungstechnik zeigen. Bei der Ortsbegehung kann der Energieberater außerdem Informationen sammeln, die durch den Fragebogen zur Energiedatenerfassung nicht beantwortet wurden.

Schritt 4: Bewertung der Daten und Abschlussbericht

In dem Abschlussbericht zur Initialberatung dokumentiert der Berater den aktuellen Energiebedarf und -verbrauch. Diesen wertet er in Hinblick auf mögliche Optimierungen aus. Er gibt erste Hinweise auf bestehende energetische Mängel und wie diese behoben werden können.

Schritt 5: Entscheidung über das weitere Vorgehen

In einigen Fällen reicht eine Initialberatung aus. Zum Beispiel, wenn sich das Einsparpotenzial durch kleinere Maßnahmen erschließen lässt, die ohne weitere Untersuchungen umgesetzt werden können. Wird jedoch im Abschlussbericht ein größeres Einsparpotenzial aufgezeigt, dann bietet sich eine Detailberatung an.

Detailberatung

Hat die Initialberatung größere Energieeffizienz-potenziale aufgezeigt, werden in der anschließenden Detailberatung die Bereiche näher untersucht, bei denen der Berater die höchsten Einsparpotenziale erwartet.

Eine Detailberatung kann jedoch auch ohne Initialberatung durchgeführt werden, wenn zum Beispiel der Istzustand im Unternehmen bereits analysiert wurde. Mit den Ergebnissen der Detailberatung können Sie die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen direkt beauftragen bzw. ausschreiben oder gegebenenfalls selbst vornehmen.

Der Energieberater braucht für eine Detailberatung je nach Umfang der Untersuchungsaufgabe in der Regel fünf bis zehn Arbeitstage. Es gibt auch Situationen, in denen die Beratung bis zu 30 Tage dauern kann. Entsprechend variabel werden auch die Kosten einer Detailberatung ausfallen.

Der Energieberater wird für die Beratung einen Tagessatz und gegebenenfalls weitere Kosten (zum Beispiel für die Messtechnik) ansetzen. Auch für die Detailberatung übernimmt die öffentliche Hand unter bestimmten Voraussetzungen einen wesentlichen Teil des Beratungshonorars. 

Fünf Schritte

Schritt 1: Abstimmung mit dem Energieberater

Wenn der Detailberatung eine Initialberatung vorausgegangen ist, empfiehlt es sich, die Detailberatung vom gleichen Berater durchführen zu lassen. Falls Sie einen neuen Energieberater wählen, sollten Sie ihm bereits vorab alle im Rahmen der Initialberatung gewonnenen Ergebnisse und aufgearbeiteten Daten zur Verfügung stellen.  In einem einleitenden Gespräch wird der Energieberater mit Ihnen weitere Messungen, Verantwortlichkeiten für einzelne Aufgaben, Arbeitsumfänge und weitere Details abstimmen.

Schritt 2: Datenerhebung und Messungen

Zur genauen Bestimmung des Energieeffizienzpotenzials sind in der Regel Datenerhebungen notwendig. Daher etnwickelt der Energieberater auf Grundlage aller ihm vorliegenden Informationen einen konkreten Ablaufplan und skizziert ein Messkonzept.

Schritt 3: Entwicklung von Optimierungsmaßnahmen

Die erhobenen Daten werden vom Energieberater analysiert und bewertet. Auf dieser Grundlage erarbeitet der Energieberater Vorschläge für konkrete Maßnahmen zur Energieeinsparung im Rahmen eines Energieeinsparkonzepts. Der Energieberater wird die von ihm entwickelten Maßnahmen im Energieeinsparkonzept wirtschaftlich bewerten und priorisieren und sollte dabei auch die Vorgaben Ihres Unternehmens berücksichtigen.

Schritt 4: Übergabe des Energieeinsparkonzepts

Der Energieberater wird seine Analyseergebnisse und die daraus entwickelten Energieeffizienzmaßnahmen in einem Energieeinsparkonzept schriftlich festhalten. In dem Konzept wird er verschiedene Maßnahmen und mögliche Alternativen vorschlagen, die von ihm bewertet und priorisiert sind.

Schritt 5: Festlegung des weiteren Vorgehens

Besprechen Sie das Energieeinsparkonzept im Anschluss persönlich mit dem Energieberater. Erörtern Sie mit ihm das weitere Vorgehen, insbesondere im Hinblick auf die Realisierung der vorgeschlagenen Maßnahmen. Auch für die Begleitung der Umsetzung der Maßnahmen können Sie einen Energieberater engagieren. Er kann Ihnen außerdem Auskunft über Förderprogramme geben, die bei der Realisierung in Anspruch genommen werden können.

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