Energieeffizienz-Netzwerke – Energiekosten senken durch gemeinsame Erfahrungen

Die an einem Energieeffizienz-Netzwerk teilnehmenden Unternehmen vermindern ihre Energiekosten durch organisatorische und investive Maßnahmen. Diese Maßnahmen wurden entweder im Rahmen der Initialberatung identifiziert, oder man wurde durch den Informations- und Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen darauf aufmerksam.

Lernende Energieeffizienz-Netzwerke (LEEN)

Die an den lernenden Energieeffizienz-Netzwerken teilnehmenden Unternehmen realisieren durch ihren regelmäßigen Erfahrungsaustausch im Durchschnitt mehr Lösungen zur Energieeffizienzsteigerung als andere Betriebe. Deshalb senken sie auch schneller ihre spezifischen Energiekosten. Die Netzwerk-Teilnehmer profitieren von der ISO 50001 konformen Initialberatung sowie vom Erfahrungs- und Informationsaustausch in den moderierten Netzwerktreffen (meist vier pro Jahr). Sie vermindern dadurch auch ihre Such-, informations- und entscheidungskosten. Für die Initialberatung und das jährliche Monitoring stehen LEEN-zertifizierte energietechnische Berater und für die Netzwerktreffen LEEN-zertifizierte Moderatoren zur Verfügung. Die Ergebnisse aus den Initialberatungen werden zu einem gemeinsamen Netzwerkziel hinsichtlich Energieeffizienz und CO2-Minderung zusammengeführt. Mit dem jährlichen Monitoring (ebenfalls ISO 50001 konform) werden die Erfolge der realisierten Energieeffizienzmaßnahmen dokumentiert.

Das Konzept der Energieeffizienz-Netzwerke wurde in der Schweiz in den 1990er Jahren entwickelt. Im Jahre 2002 wurde ein erstes Energieeffizienz-Netzwerk vom Fraunhofer Institut ISI in Kooperation mit dem Modell Hohenlohe e.V. gestartet. Im Rahmen des vom BMU (Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) geförderten Projekts „30 Pilot-Netzwerke“ wurde dann das heutige Managementsystem für die lernenden Netzwerke entwickelt.

Das Projekt 30 Pilot-Netzwerke wird vom Fraunhofer ISI und seinen Partnern zwischen 2009 und 2014 durchgeführt. Die initiierten 30 Pilot-Netzwerke wurden bezuschusst und deren Arbeit wird wissenschaftlich begleitet. Moderatoren und energietechnische Berater wurden zur Gewährleistung eines hohen Qualitätsstandards bei der Netzwerkarbeit auf das LEEN-Managementsystem geschult. Eigens entwickelte einheitliche elektronische Berechnungshilfen für Energieeffizienz-Investitionen dienen einer korrekten und schnellen Identifikation von rentablen Investitionsoptionen. Das Konzept der LEEN-Netzwerke richtet sich vorwiegend an Betriebe mit Energiekosten zwischen 200.000 bis 50 Mio. € pro Jahr. 

Für kleinere Unternehmen mit Jahresenergiekosten zwischen etwa 30.000 und 300.000 € wird seit dem Jahr 2012 ein an die KMU angepasstes Netzwerk-Modell angeboten mit dem Namen "Mari:e - Mach`s richtig: Energieeffizient!" Eine beschleunigte Senkung der Energiekosten und schnellere CO2-Minderung ist auch hier die Zielrichtung. Auch KMUs sollen befähigt werden, die bestehenden Energieeffizienz-Potenziale leichter zu realisieren und am Spitzenausgleich der Energie- und Stromsteuer teilzuhaben. Damit ermöglicht Mari:e auch kleinen Unternehmen, als "kleine Schwester" der mittelständischen, etablierten Energieeffizienz-Netzwerke, vergleichbare Erfolge zu realisieren.

Energieeffizienz-Netzwerke