Lernende Energieeffizienz-Netzwerke (LEEN) reduzieren Energiekosten

Eine Verdopplung des energietechnischen Fortschritts oder die Reduzierung der Energiekosten um 10 Prozent binnen fünf Jahren, das ist das Ergebnis der Begleitforschung des Projekts „30 Pilot-Netzwerke“, welches durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wurde.

Mit der Abschlusskonferenz am 19. Februar 2014 im Umweltministerium in Berlin endet das Projekt „30-Pilotnetzwerke“. Dort werden die Endergebnisse des Projekts zur Energiekostensenkung von mehr als 360 Unternehmen vorgestellt. Zugleich ist diese Konferenz der Startschuss für die Verbreitung der Netzwerke von heute 60 auf etwa 400 mit rund 5.000 Unternehmen in Deutschland im Jahr 2020.

In den vergangenen vier Jahren haben sich mehr als 360 Unternehmen an dem Förderprojekt 30 Pilot-Netzwerke der nationalen Klimaschutzinitiative beteiligt. Die jährlichen Gesamtenergiekosten dieser Unternehmen belaufen sich in Summe auf rund 1 Mrd. Euro.

Bei jedem Betrieb konnten im Rahmen der energetischen Bewertung im Durchschnitt 18 Maßnahmen beschrieben werden, davon waren zehn Maßnahmen mit einer internen Verzinsung von mehr als 12 % als wirtschaftlich bewertet. Diese zehn Maßnahmen brachten im Durchschnitt knapp 200.000 Euro vermeidbare jährliche Energiekosten.

Im Trend steigender Energiepreise und aufgrund der steigenden Anforderungen bei Ausnahmen von der Energie- bzw. Stromsteuer werden sich zukünftig verstärkt Unternehmen mit dem Thema Energieeffizienz auseinandersetzen. Aber die Energieverantwortlichen haben oft vielfältige Aufgaben und wenig Zeit, sich um energieeffiziente Lösungen zu kümmern. Die Entscheidungsroutinen im Betrieb greifen häufig die Chancen zu Energiekostensenkung nicht auf, und die Qualität externer Berater ist schwer einzuschätzen.

Vorteile für Unternehmen in LEEN-Netzwerken

Die Teilnahme an einem lernenden Energieeffizienz-Netzwerk nach dem Qualitätsstandard LEEN trägt entscheidend dazu bei, diese Hemmnisse zu überwinden. Es bietet für die zehn bis 15 an einem Netzwerk teilnehmenden Unternehmen viele Vorteile:

  •  Energetische Bewertung in jedem Betrieb:
    Vollständige Bewertung der Energieeinsparpotentiale in den Querschnittstechnologien (z.B. Dampf-, Wärme-, Drucklufterzeugung und -verteilung, Beleuchtung, Abwärmenutzung) und Wirtschaftlichkeitsbewertung der Maßnahmen (Amortisation, interne Verzinsung).
  • Zusammenfassung der Ergebnisse in einer DIN EN ISO 50001 konformen Maßnahmenübersicht und einem Bericht als Grundlage für ein betriebseigenes, mehrjähriges Energiekostensenkungsprogramm
  • Jährliches Monitoring der durchgeführten Maßnahmen ebenfalls in einer DIN EN ISO 50001 konformen Maßnahmenübersicht und einem Bericht.
  • Kernelement: vierteljährlich stattfindende, vorbereiteten und moderierten Netzwerktreffen vermindern die Such- und Entscheidungskosten.
    • Vernetzung der Kompetenzen der Teilnehmer im Erfahrungsaustausch.
    • Anschauung von durchgeführten Maßnahmen im Rahmen der Betriebsbegehung.
    • Ergänzung durch das Fachwissen externer Referenten und des Netzwerkteams.

Der energietechnische Berater und der Moderator sind in der Anwendung des LEEN-Managementsystems geschult und zertifiziert und werden durch verschiedenste Muster, Vorlagen und Erfahrungsberichte unterstützt. Darüber hinaus können die im Rahmen des Projekts entwickelten Investitionsberechnungshilfen für etwa 80 Effizienz-Maßnahmen (z.B. für effiziente Motorensysteme, Kessel- und Beleuchtungsanlagen, Abwärmenutzung) den energietechnischen Berater bei der Initialberatung in Tiefe und Breite der möglichen Energieeffizienzmaßnahmen unterstützen.

Schneller Zugriff auf energieeffiziente Lösungen

Durch die Summe der Aktivitäten  im Rahmen eines Netzwerks können Unternehmen schnell auf energieeffiziente Lösungen zugreifen und erreichen Energiekostenreduzierungen von 2 bis 3 Prozent pro Jahr. Das ist meist doppelt so hoch wie der Fortschritt, der normalerweise in der  Industrie erreicht wird. LEEN-Netzwerke sind für Betriebe mit jährlichen Energiekosten über 500.000 Euro geeignet, da die erzielten Energiekosteneinsparungen hier mit großer Sicherheit die Kosten für das Netzwerk übersteigen.

Für kleinere Betrieb mit jährlichen Energiekosten ab 30.000 € steht ein angepasstes Modell „Mari:e“ (Mach‘ s richtig: Energieeffizienz) zur Verfügung, das derzeit in einem weiteren BMUB-geförderten Pilot-Projekt seine Wirksamkeit unter Beweis stellt.

Am 19. Februar 2014 fand in Berlin die Abschlusskonferenz der 30 Pilot-Netzwerke mit Präsentation der Endergebnisse statt.

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