Umsetzung und Wirkung von Maßnahmen

Die an einem Energieeffizienz-Netzwerk teilnehmenden Unternehmen vermindern ihre Energiekosten durch organisatorische und investive Maßnahmen. Diese Maßnahmen wurden entweder im Rahmen der Initialberatung identifiziert, oder man wurde durch den Informations- und Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen darauf aufmerksam.

Im Durchschnitt realisieren die teilnehmenden Betriebe zwischen 6 und 10 % Energiekosten-Minderung durch diese Energieeffizienz-Maßnahmen binnen drei, vier Jahren. Die Erfolge einzelner Unternehmen hängen sehr von dem energietechnischen Stand zu Beginn der Netzwerk-Arbeit, der schnellen Umsetzungsmöglichkeiten der beteiligten Unternehmen und der Intensität des Erfahrungsaustausches unter den Energieverantwortlichen ab.

Das jährliche Monitoring der teilnehmenden Unternehmen kommt zu folgenden Ergebnissen für einen durchschnittlichen Teilnehmer nach vier Jahren:

  • Die eingesparten Energiemengen betragen etwa 3.000 MWh pro Jahr, was einer Kosten-einsparung von rund 200.000 € pro Jahr entspricht. Die durchschnittlichen Jahres-Energiekosten liegen bei etwa 2.2 Mio. €/a. Damit werden nach vier Jahren gut 8 % des Energiebedarfs jährlich eingespart.
  • Die vermiedenen CO2-Emissionen betragen etwa 1.000 t pro Jahr.
  • Die induzierten Investitionen liegen bei durchschnittlich 600.000 €, zum Teil werden auch durch rein organisatorische Maßnahmen erhebliche Energieeinsparungen erzielt. Die Rentabilität der investiven Maßnahmen liegt bei rund 30 % und die Amortisationszeit bei knapp 3 Jahren.

Beispiel einer Maßnahmenumsetzung

Ein mittelständisches Handelsunternehmen mit rund 350 Mitarbeitern und einer Produktionsfläche von 12.000 m2 erhielt als Mitglied des Energieeffizienz-Netzwerkes Unterfranken eine Initialberatung in 2010 mit dem Ergebnis eines 15 Punkte-Maßnahmenpaketes. Dessen Umsetzung wird die CO2- Emissionen des Standortes von bisher rund 660 t pro Jahr bis 2020 um ca. 50 Prozent vermindern. Durch die Umsetzung von bisher acht Maßnahmen konnte der Energiebedarf um 414 MWh pro Jahr (-22 %) vermindert und die CO2-Emissionen um 170 Tonnen (-26 %) gesenkt werden.

Erreicht wurde dies durch die Umsetzung der folgenden Maßnahmen:

  • Austausch der 30 Jahre alten Verglasung eines Bürogebäudes gegen Wärmeschutz¬verglasung (Einsparung 3,5 t CO2 / a)
  • Vervollständigung der Wärmedämmung an Heizungsrohren (Einsparung 1,5 t CO2/ a)
  • Einbau von zeitgesteuerten Regelpumpen in die Heizung von zwei Hallen (Einsparung 0,3 t CO2/ a)
  • Neue Regelung im Büro: Raumklima-Anlage und freie Nachtkühlung (Einsparung 55 t CO2 / a)
  • EDV-Serverbereich: eine neu errichtete Sicherheitszelle mit redundanter Kühlung, Server-bereich mit Kaltgangeinhausung, neue Greenline-USV, Servervirtualisierung (die CO2-Einsparung wurde nicht errechnet)
  • Beleuchtung: Großraumbüro komplett erneuert: alter Leuchtstofflampentyp T8 gegen T5 Lampen getauscht (Einsparung 84 t CO2 / a)
  • Komplette Werkstatt-Beleuchtung getauscht wie unter Punkt 6 (Einsparung 5,8 t CO2 / a)
  • Mitarbeitersensibilisierung: Abschalten von Bürogeräten und Licht (Einsparung 21 t CO2 / a)

Beispiel einer Beleuchtungserneuerung

Ein Unternehmen für Schienenverkehrstechnik im Netzwerk Metropolregion Rhein-Neckar beherbergt diverse Dauerversuchsstände in einer der Hallen mit 9 m Deckenhöhe und einer Grundfläche von 900 m². Die Beleuchtung mit einer Stärke von 750 Lux gemäß Arbeitsstätten-Richtlinie erfolgte bisher über punktuell angebrachte HQI Strahler (Halogenmetalldampflampen) mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von 6.000 Stunden. Ein Austausch wurde aufgrund des Alters der Strahler notwendig, auch gestalteten sich die Wartungsarbeiten sehr schwierig, da der Leuchtmitteltausch die Durchführung der Dauerversuche beeinträchtigte und jedes Mal Umbauten erforderlich machte. Die vorgegebenen Installationspunkte der HQI Strahler an der Hallendecke machten es erforderlich, einen direkten Ersatz zu finden, um den Installationsaufwand gering zu halten; deshalb kam eine Installation von Leuchtstofflampenbändern nicht in Frage kam.

Die 12 HQI Strahler à 400 W mit Reflektoren wurden durch LED-Industriestrahler ersetzt. Die vier neuen LED Strahler im Innenbereich der Halle mit jeweils 170 W verfügen über einen Aluminium-Reflektor mit einem Winkel von 120°, die acht Strahler in Fensternähe mit jeweils 150 W sind mit 90°-Reflektoren ausgestattet. Dadurch wurde eine optimale Ausleuchtung des Arbeitsbereiches erreicht. Die mittlere Lebensdauer liegt bei 50.000 Stunden oder mindestens 5 Jahren bei 24 Stunden Leuchtdauer pro Tag. Damit werden die Anforderungen an einen reduzierten Wartungsaufwand voll erfüllt. Ein weiterer Vorteil der LED: bereits ab der ersten Sekunde wird die volle Lichtstärke erreicht. Trotz der noch relativ hohen Anschaffungskosten für LED Leuchtmittel ergibt sich bei einer rechnerischen Nutzungsdauer von 15 Jahren (Brenndauer 8h / Tag) eine interne Verzinsung von 18%.

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