Dämmung industrietechnischer Anlagen

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Investitionen in die Dämmung betriebstechnischer Anlagen hoch wirtschaftlich sind, denn sie erzielen in der Regel eine Kapitalrendite von über 50 Prozent.

Laut einer Untersuchung der Forschungsstelle für Energiewirtschaft GmbH (Ffe) können Wärmeverluste durch die Dämmung von Bauteilen und Rohrleitungen um 30% gesenkt werden. Die durch die Dämmung  erzielten jährlichen Energiekosteneinsparungen sind dabei sehr hoch. Insbesondere in Branchen mit energieintensiven Prozessen rechnen sich die Maßnahmen sehr schnell.

 

Dämmpotenziale ermitteln und bewerten

Der erste Schritt zur Erschließung wirtschaftlicher Energieeffizienzpotenziale ist die systematische Analyse der betriebstechnischen Anlagen. Diese Analyse sollte in Form einer Betriebsbegehung in Begleitung eines entsprechend qualifizierten Energieberaters oder Fachmannes erfolgen. Das gemeinsame Ziel: den Ist-Zustand von Rohrleitungsisolierungen, Ventilen und Behältern sowie vorhandene Wärmebrücken ermitteln.
In einem zweiten Schritt sollten anschließend die erhobenen Daten ausgewertet und die auftretenden Wärmeverluste berechnet werden. Auf ihrer Basis können nun die Optimierungsmaßnahmen geprüft und bewertet werden.

 

Auswahl der richtigen Dämm-Maßnahmen

Das richtige Dämmsystem: Bei der Auswahl der Dämmstoffe sollten vom Unternehmen, das die Isolierung durchführt, verschiedene Möglichkeiten für die optimale Betriebswärmeleitfähigkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft werden.Unterschiede bei den Transmissionsgraden verschiedener Ummantelungen haben Einfluss auf Oberflächentemperaturen. Informationen zu den verschiedenen marktgängigen Dämm-Materialien erhalten Sie bei Fachunternehmen der technischen Isolierung oder bei Energieberatern.

Die wirtschaftliche Dämmschichtdicke: In Industriebetrieben ist es oft Praxis, dass die Dämmschichtdicke bei Rohrleitungen, Behältern etc. lediglich an die betriebstechnischen Anforderungen angepasst wird. Die wirtschaftliche Dämmschichtdicke lässt sich jedoch ermitteln, indem Investitionskosten und Wärmeverlustkosten in Abhängigkeit von der Dämmschichtdicke einander gegenüber gestellt werden. An jenem Punkt, an dem die Summenkurve der beiden Werte ein Minimum aufweist, liegt die wirtschaftliche Dämmschichtdicke.

Auch Einbauteile sollten gedämmt werden: Ein belastbares Energieeinsparpotenzial lässt sich nur unter Berücksichtigung der Wärmeverluste über die gesamte Anlage, inklusive der anlagenbedingten Wärmebrücken, ermitteln. Einbauteile, wie Flansche, Armaturen und Ventile haben den größten Einfluss auf die Wärmeverluste. Wird zusätzlich in ihre Dämmung investiert, senkt das die Wärmeverlustkosten erheblich.

 

Gemeinsam auf Dämmpotenziale hinweisen

Gemeinsam mit ihrem Partner, dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V., weist die Initiative EnergieEffizienz Industriebetriebe auf die großen Energieeffizienzpotenziale durch die Dämmung industrietechnischer Anlagen hin. Im Rahmen der Kooperation werden derzeit Praxishilfen erarbeitet, die Unternehmen dabei unterstützen, die zahlreich vorhandenen, wirtschaftlichen Energieeffizienzpotenziale zu erschließen und entsprechende Dämm-Maßnahmen umzusetzen.

 

Fördermittel-Tipp der Initiative EnergieEffizienz

Kleine und mittlere Unternehmen, die im Rahmen einer systemischen Optimierung in die Dämmung von Rohrleitungen, Pumpen und Armaturen investieren, können Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie beantragen.

Energieeffiziente Technologien