In fünf Schritten zu mehr Energieeffizienz

Mit einer umfassenden Green-IT-Strategie können Unternehmen ihre Stromkosten für IT um bis zu 75 % senken.

Jeder IT-Arbeitsplatz verursacht Energiekosten und CO2-Emissionen. Mit energieeffizienten Geräten und dem richtigen Verhalten der Nutzer können Unternehmen und öffentliche Einrichtungen jede Menge unnötiger Kosten vermeiden. Oft genügen dafür schon einfache Maßnahmen. Eine umfassende Green-IT-Strategie sowie neue Technologien sorgen sogar für noch bessere Ergebnisse.

Diese fünf Schritte bringen Unternehmen und öffentliche Einrichtungen auf den Weg zu mehr Energieeffizienz.

1. Der Bedarf als Maßstab.

Wer bei der IT auf dem aktuellen Stand bleiben will, muss regelmäßig neue Hard- und Software beschaffen. Eine gute Gelegenheit, die Ausstattung der IT-Arbeitsplätze auf ihren Bedarf hin zu optimieren. In den meisten Organisationen lassen sich folgende Arbeitsplatztypen unterscheiden:

  • Stationäre Arbeitsplätze, an denen mit standardisierter Software gearbeitet wird, wie Verwaltungsarbeitsplätze im öffentlichen Dienst, in Kanzleien und Praxen sowie die meisten Arbeitsplätze in Unternehmen. Hier genügt in der Regel eine geringe Rechenleistung. Auf eine extra Grafikkarte, die zusätzlich bis zu 20 Watt je Arbeitsplatz verbraucht, kann verzichtet werden.
  • Leistungsstarke High-End-Geräte für Arbeitsplätze mit hohen Anforderungen an Rechen- und Grafikleistung, z. B. CAD-Anwendungen oder Grafik und Videoschnitt.
  • Notebooks für mobile Arbeitsplätze, bei denen die IT-Anwendung an wechselnden Orten oder unterwegs erfolgt.

Wer die IT-Betriebskosten senken will, sollte auch bei den Peripheriegeräten den tatsächlichen Bedarf ermitteln. So können überflüssige Kapazitäten von vornherein vermieden werden. Technische Alternativen wie Multifunktionsgeräte, die Drucker, Kopierer und Scanner vereinen, sparen Platz und verbrauchen weniger Strom (und in der Fertigung weniger Material) als mehrere Einzelgeräte.

2. Die passende technische Lösung wählen.

Bei der technischen Ausstattung von Büroarbeitsplätzen mit IT haben Unternehmen heute die Auswahl zwischen klassischen Desktop-PCs, Notebooks, Thin-Client-Lösungen oder einer Kombination dieser Varianten.

Bei einer Lösung mit Desktop-PCs sind auf jedem Rechner ein Betriebssystem sowie die am Arbeitsplatz nötige Anwendungssoftware installiert. Doch diese komplette Ausstattung mit leistungsstarken Geräten verursacht verhältnismäßig hohe Energiekosten. Bei der Neuanschaffung ist es daher besonders wichtig, auf Energieeffizienz zu achten. Unterschiede im Energieverbrauch von bis zu 50 Prozent bei gleicher Leistung sind bei marktüblichen Rechnern keine Seltenheit.

Das mobile "Notebook-Büro" hat sich bereits in vielen Berufsgruppen durchgesetzt haben – z. B. in der Beratung oder im Außendienst. Notebooks sind deutlich energieeffizienter als der herkömmliche Desktop-Rechner: PCs verbrauchen bis zu dreimal so viel Strom wie vergleichbare Notebooks. Die Anschaffungskosten für Notebooks liegen hingegen über denen von Desktop-PCs. Betrachtet man jedoch die Gesamtkosten einschließlich des Anschaffungspreises über den Lebenszyklus, so relativiert sich die Aussage.

Bei Thin-Client-Lösungen erledigen moderne, leistungsfähige Server alle Anwendungen zentral, die sonst auf einzelnen Arbeitsplatz-PCs laufen. Am Einzelarbeitsplatz werden nur noch Tastatur, Maus und Monitor sowie ein Thin Client benötigt. Wie das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik berechnet hat, verbrauchen Thin Clients bis zu 50 Prozent weniger Energie als PCs – und das inklusive des höheren Verbrauchs der Server.

Thin-Client-Lösungen eignen sich besonders gut für Anwendungen, bei denen eine größere Zahl an Nutzern den gleichen IT-Bedarf hat, z. B. in Banken und Versicherungen. Übrigens: Auch hinsichtlich der Lebensdauer ist der Thin Client mit seinen wenigen Bauteilen gegenüber dem PC im Vorteil.

3. Beschaffungskriterium Energieeffizienz

Mit jedem neu beschafften Bürogerät werden die Betriebskosten für die nächsten drei bis sechs Jahre festgelegt. Wer beim Kauf der Geräte systematisch die Energieeffizienz als Entscheidungskriterium berücksichtigt, schont langfristig sein Budget.

Eine gute Orientierung bei der Beschaffung energieeffizienter Geräte gibt im ersten Schritt der Energy Star. Seine Anforderungen sollten bei Ausschreibungen als Mindestkriterien gelten. Jedoch gibt es auch unter den mit dem Energy Star ausgezeichneten Geräten noch Unterschiede im Stromverbrauch von bis zu 50 Prozent.

Um besonders energieeffiziente Gerätezu erhalten, sollten im Rahmen einer Ausschreibung weitergehende Anforderungen als Sollkriterien verwendet werden. Der Beschaffungsleitfaden der Initiative EnergieEffizienz gibt zu neun verschiedenen Gerätekategorien Empfehlungen und zeigt, wie Energieeffizienzkriterien Schritt für Schritt in den Beschaffungsprozess integriert werden. Ergänzend bietet die OfficeTopTen-Datenbank Einkäufern einen Überblick der energieeffizientesten IT-Geräte auf dem deutschen Markt.

4. Richtig konfigurieren.

Entscheidend für Betriebskosten und CO2-Bilanz von IT-Geräten ist auch ihre richtige Nutzung. Zwar verfügen die meisten Geräte über Energiesparfunktionen, doch sind diese nicht immer automatisch aktiviert. Die Energiesparfunktion schaltet einzelne Systemkomponenten automatisch ab, wenn sie nicht benötigt werden – z. B. Bildschirm oder Festplatte.

Sollen alle Rechner nach einer gewissen Zeit der Inaktivität in den Energiesparmodus schalten, kann der Administrator zentral und standardmäßig das Power-Management entsprechend vorkonfigurieren.

Fast alle Drucker, Faxgeräte und Kopierer verfügen heute ebenfalls über eine Energiesparautomatik. Diese sollte aktiviert sein. Bei manchen Geräten steht auch eine Stromspartaste zur Verfügung, die in Arbeitspausen betätigt werden kann.

5. Mitarbeiter sensibilisieren

Die größten Erfolge lassen sich erzielen, wenn alle Mitarbeiter in die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen eingebunden werden – und zwar vom einzelnen Nutzer über den Systemadministrator bis zum Verantwortlichen für die IT-Beschaffung.

In Pausen genügt ein Druck auf den Schalter des Monitors, um den Energieverbrauch um mehr als 90 Prozent zu vermindern. Auf stromfressende Bildschirmschoner sollte verzichtet werden.

Zum Büroschluss sollten alle Geräte vollständig abgeschaltet werden. Schaltbare Steckdosenleisten trennen PC und angeschlossene Peripheriegeräte mit einem Handgriff komplett vom Stromnetz. Und für die Nachtabschaltung von Abteilungskopierern bietet sich eine Zeitschaltuhr an.

Mehr Informationen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter bietet die Toolbox Nutzermotivation.