Energieaudit

Im Rahmen der Energiewende in Deutschland misst der Gesetzgeber den Energieaudits eine wichtige Rolle zu. Für große und verbundene Unternehmen gilt ab 2015 eine gesetzliche Pflicht, für kleine und mittlerer Unternehmen ist das Energieaudit eine Voraussetzung für die Gewährung steuerlicher Vorteile.

Anforderungen an den Energieauditor

Die Anerkennung eines Energieaudits setzt eine entsprechende Qualifikation des durchführenden Auditors voraus.

Energieauditor ist keine geschützte Berufsbezeichnung in Deutschland. Entscheiden sich Unternehmen für ein Energieaudit, so sollten sie klare Qualitätskriterien sowohl an das Audit selbst, als auch an den mit der Durchführung beauftragten Auditor stellen. Als Maßstab können hierbei die Qualifikationskriterien für Auditoren im Rahmen eines Pflichtaudit nach Energiedienstleistungsgesetz (EDL-Gesetz) herangezogen werden. Sie gelten sowohl für interne als auch für externe Auditoren.

 

Grundsatz der Unabhängigkeit und Neutralität des Energieauditors

Als Grundsatz gilt: Die Wahl des Auditors muss sicherstellen, dass das Energieaudit in einer unabhängigen und neutralen Weise durchgeführt wird. Der Gesetzgeber hat hier von einer „kann“-Regelung abgesehen und fordert klar: „Das Energieaudit ist in unabhängiger Weise durchzuführen.“

Darüber hinaus konkretisiert er: Der Energieauditor muss das Unternehmen, das ihn beauftragt, hersteller-, anbieter- und vertriebsneutral beraten. Die Energieauditoren dürfen nicht Provisionen oder sonstige geldwerte Vorteile von einem Unternehmen, das Produkte herstellt, vertreibt oder Anlagen errichtet oder vermietet, die bei Energiesparinvestitionen im auditierten Unternehmen verwendet werden, fordern oder erhalten. Wird das Energieaudit von unternehmensinternen Experten durchgeführt, so dürfen diese Personen nicht unmittelbar an der Tätigkeit beteiligt sein, die einem Energieaudit unterzogen wird. In seinem Merkblatt „Energieaudits nach EDL-G – Hinweise zur Registrierung von Energieaudits durchführenden Personen“ stellt das BAFA allerdings klar, dass Energiebeauftragte bzw. Energiemanager, die sich hauptverantwortlich um die Energieverbräuche des Unternehmens kümmern, als ausreichend unabhängig zu sehen sind.

 

Fachliche Qualifikation des Auditors

Das Energieaudit ist von einer Person durchzuführen, die auf Grund ihrer Ausbildung, beruflichen Bildung und praktischen Erfahrung über die erforderliche Fachkunde zur ordnungsgemäßen Durchführung eines Energieaudits verfügt. Die Fachkunde erfordert eine passende Hochschulausbildung oder Ausbildung sowie eine angemessene spezifische Berufserfahrung.

Anerkannt wird der Abschluss eines einschlägigen Hochschul- oder Fachhochschulstudiums auf den Gebieten der Ingenieur- oder Naturwissenschaften, insbesondere:

  • Energietechnik,
  • Energieerzeugung,
  • Elektrotechnik,
  • Verfahrenstechnik,
  • Verbrennungstechnik,
  • Umwelttechnik,
  • Technischen Gebäudeausrüstung,
  • Versorgungstechnik, des Bauingenieurswesens, der Physik, des Maschinenbaus oder auf anderen Fachrichtungen mit Ausbildungsschwerpunkten in den genannten Gebieten

Anerkannt wird zudem der Abschluss einer einschlägigen Meisterprüfung oder staatlichen Technikerprüfung, insbesondere in den Fachbereichen Heizungs- /Lüftung- /Klima- , Elektro-, Kältesystem-, Metall-, Umwelt-, Bau-, Isolier-, Maschinenbau- oder Physiktechnik, welche durch eine Anerkennung durch eine oberste Bundes- oder Landesbehörde oder eine Körperschaft des öffentlichen Rechts als gleichwertig ersetzt werden kann.

 

Spezifische Berufserfahrung

Voraussetzung für die Qualifikation als Energieauditor ist zusätzlich eine mindestens dreijährige eigenverantwortliche, hauptberufliche Tätigkeit, bei der praktische Kenntnisse über die betriebliche Energieberatung erworben wurden.

Energieeffizienz-Prozesse