Projekt: Wärmerückgewinnung aus Rauchgasen und Backschwaden

    Technologie
  • Prozesswärme
    Branche
  • Ernährungsgewerbe und Tabakverarbeitung
    Anbieter
  • Lebensmitteltechnik STENN
    Bundesland/Land
  • Baden-Württemberg

Im Rahmen der Planung eines Neubaus hat die Bäckerei Riegler sich das Ziel gesetzt, die eingesetzte Energie, insbesondere beim Backprozess, rationeller zu nutzen. Kern des Energiekonzepts ist die Nutzung der Abwärme aus den Backöfen. Die Wärme wird zunächst zwischengespeichert und dient unter anderem der Versorgung eines betrieblichen Heißwassersystems und der neu installierten Absorptionskälteanlage. 
Da die Umsätze in der neuen Backhalle gegenüber den beiden alten Standorten gestiegen sind, bietet sich der Vergleich des Verbrauchs je Tonne Mehl an. Der Energieeinsatz der neuen Backhalle ist pro Tonne Mehl um 17 Prozent geringer als in den alten Produktionsstätten, die CO2-Emissionen sind um 20 Prozent niedriger.  

Optimierungsmaßnahmen

Wärmerückgewinnung aus Rauchgasen und Backschwaden bei der Bäckerei Riegler

  • Ersatz konventioneller Vorschaltgeräte (KVG) durch elektronische (EVG)
  • Tageslichtabhängiges Dimmen der Leuchten
  • Reduzierung der installierten Leistung durch angepasste Dimensionierung, Umrüstung und Einsatz elektronischer Vorschaltgeräte
  • Leuchten mit hocheffizienzen Reflektoren

Weitere Informationen zum Projekt

  • Projektstatus
  • Abgeschlossen

     

    Energieeinsparung: 410 kWh/ t Mehl

    Davon

    Strom: 63 kWh/t Mehl

    Erdgas und Heizöl: 346 kWh/t Mehl
    Heizöl wurde durch Erdgas substituiert.

  • Jahr der Einführung
  • 2002

  • Absolute Endenergieeinsparung pro Jahr
  • k.A.

  • Prozentuale Endenergieeinsparung pro Jahr
  • 17 %

  • Kosteneinsparung pro Jahr
  • 40.000 €

  • Investionen
  • 150.000 €

  • CO2 - Reduktion pro Jahr
  • k.A.

  • Evaluation
  • k.A.

Bis Ende 2001 arbeitete die Bäckerei Riegler, die 18 Filialen im Raum Heidelberg betreibt und zahlreiche Großkunden beliefert, mit zwei Backstuben, die in einem Wohngebiet lagen. Eine komplizierte Logistik, veraltete Arbeitsbedingungen und die mangelnde Größe der Standorte führten zu der Entscheidung, eine neue Backstube zu bauen. Dabei sollte auch auf die Energieeffizienz geachtet werden. Das Backhandwerk ist einer der energieintensivsten Handwerksbereiche in Deutschland. Wie bei vielen Bäckereien üblich, blieb auch bei der Bäckerei Riegler die Abwärme aus den Backöfen bis dahin ungenutzt.
Im Ende 2001 fertiggestellten Neubau der Backstube wurden zwei Anlagen installiert, die nicht nur eine hohe Effizienz in der Wärmerückgewinnung aus Rauchgasen und Backschwaden (Backschwaden sind die im Ofen entstehenden Dämpfe) erreichen, sondern auch die Rauchgase entschwefeln. Dieses "Ökoblock" genannte System macht durch die Rückgewinnung von 90 Prozent der Abwärme den Backprozess wesentlich energieeffizienter. Durch die Zusammenführung der Abgase in den zwei Ökoblocks und deren Reinigung und Abkühlung in der Anlage, können Kamine eingespart werden. So reichen zwei Abgasrohre für die neun Backöfen aus. Die Rauchgasentschwefelung erfolgt über das Kalkwaschverfahren. Nach etwa 2.000 Betriebsstunden muss die Kalksteinfüllung nachgefüllt werden.
Das Energiepotenzial für die Wärmerückgewinnung steckt im Rauchgas und den Backschwaden und wird von den Ökoblocks nutzbar gemacht. Da das Rauchgas ein weitgehend trockenes, der Schwaden hingegen ein gesättigtes  feuchtes Gas ist,  wird die Wärme der beiden Medien im Ökoblock separat zurückgewonnen. Die beiden Medien unterscheiden sich deutlich beim Wärmeübergang auf die Wand eines glatten Rohres. Der physikalische Hintergrund dabei ist, dass der Dampf des Schwadens beim Kontakt mit den Rohren kondensiert, wechselt also vom gasförmigen Aggregatzustand zum flüssigen  und setzt dabei Kondensationswärme frei, während das Rauchgas linear abkühlt. Ventilatoren stellen sicher, dass immer der nötige Unterdruck für jeden Ofentyp und stets der nötige Kaminzug vorhanden sind. Das Brauchwasser wird von den Ökoblocks von 40°C auf 60°C erwärmt. 
Die vom Ökoblock zurückgewonnene Wärme wird in einem Pufferspeicher zwischengespeichert und zur Heißwasserbereitung, der Beheizung des Gärraums und des Spülmaschinenwassers, der Beschwadung der Backöfen und  in einer Absorptionskältemaschine zur Eiswasserbereitung genutzt.  Der Pufferspeicher erlaubt es, Verbrauchs- und Abgabespitzen auszugleichen.  
Ein neu installiertes Blockheizkraftwerk 25 kWel  leistet die Grundstromabdeckung der Bäckerei und übernimmt die Wärmeversorgung der verschiedenen Wärmesysteme, wenn die Backöfen nicht in Betrieb sind. 
Zur Kühlung der Theke und zur Klimatisierung des Bistro-Cafés dient die mit der Wärme des Ökoblocks und des BHKWs betriebene Absorptionskältemaschine.

Bäckerei Riegler GmbH

Anwenderprofil

Die Geschichte der Bäckerei Riegler geht zurück bis ins Jahr 1765, womit das Unternehmen die traditionsreichste Bäckerei Heidelbergs ist. Das mittelständische Unternehmen beschäftigt etwa 180 Mitarbeiter, davon 20 Auszubildende.

Kontaktdaten

Bäckerei Riegler GmbH
Waldhofer Str. 21
69123 Heidelberg

Tel.: +49 (0)6221/459 70
Fax: +49 (0)6221/47 07 86
Email: info@baeckerei-riegler.de
Internet: www.baeckerei-riegler.de

Projektbilder

1
2
3
1
2
3

Über uns

Initiative EnergieEffizienz

Informationen zu allen Themen rund um Energieeffizienz und Strom sparen.
Bundesministerium für Wirtschaft und energie
Bundesministerium für Wirtschaft und energie