Energiemanagement

Energiekosten sind ein wichtiger Faktor in der Unternehmensbilanz. Verfügt ein Betrieb über ein funktionierendes Energiemanagementsystem kann er seinen Energieverbrauch kontinuierlich auswerten, Einsparpotenziale systematisch erschließen und steigenden Energiekosten entgegenwirken.

Einstieg in das Energiemanagement

Obwohl 83% der Unternehmen in Deutschland das Thema Energieeffizienz als „wichtig“ bis „sehr wichtig“ für Ihren Betrieb einschätzen, nutzen nur 14 Prozent die Möglichkeiten eines professionellen Energiemanagements. Als Gründe führten die befragten Entscheider überwiegend „zu kleine Unternehmensgrößen“ und „notwendige Investitionskosten“ an, wie eine Umfrage der dena* im Dezember 2012 ergab.

Einen ganz klaren Handlungsbedarf hingegen sehen Experten und der Gesetzgeber. So ist seit dem 1. Januar 2013 ein zertifiziertes Energiemanagement zur Voraussetzung für die Inanspruchnahme steuerlicher Entlastungen nach §55 des Energie- und §10 des Strom-Steuergesetzes. Seit 15. August 2013 werden die Zertifizierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 wie auch die Kosten für die Anschaffung erforderlicher Hard- und Software staatlich bezuschusst.

Sind bei Kleinunternehmen oft einfache Analysen und Maßnahmen ausreichend um die Betriebskosten nachhaltig zu senken, so wird ein unternehmensweites Energiemanagementsystem zum Beispiel für die rund 37.000 energieintensiven Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe als notwendig angesehen.

Energiemanagement - eine Begriffsklärung

Im Alltag hat der Begriff Energiemanagement eine erhebliche Eigendynamik entwickelt. Er wird heute für eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten und Maßnahmen genutzt, die vom einfachen  Energieverbrauchsmonitoring bis hin zum  komplexen Energiesteuerungssystem reichen.

Demgegenüber stehen die weit in die 70er Jahre hineinreichenden Bestrebungen, ein standardisiertes Energiemanagement im Rahmen des Qualitätsmanagements zu entwickeln. Erfolgreich mündeten sie ein Jahrzehnt später in der Normenserie „ISO 9000“ ff. – der ersten internationalen Norm für Qualitätsmanagement. Diese Norm bildete in den 90er Jahren die Grundlage für die Entstehung des einheitlichen Umweltmanagementstandard EMAS („ISO 14000“ ff.) und der Energiemanagementnorm DIN EN 16001:2009, die im April 2012 ihrerseits durch die DIN EN ISO 50001 ersetzt wurde.
 
Energiemanagement ist die vorausschauende und systematisierte Koordinierung der Beschaffung, Umwandlung, Verteilung und Nutzung von Energie innerhalb eines Unternehmens. Ziel ist die kontinuierliche Reduktion des Energieverbrauchs  und der damit verbundenen Energiekosten.

Das Energiemanagementsystem (EnMS) ist laut DIN EN ISO 50001 die Gesamtheit der miteinander zusammenhängenden oder interagierenden Elemente zur Einführung einer Energiepolitik und strategischer Energieziele sowie der Prozesse und Verfahren zur Erreichung dieser strategischen Ziele.

Bestehende Managementsysteme einbinden

Bei der Einführung eines Energiemanagements sollten Organisationen von Beginn an auf Synergieeffekte achten. Bereits implementierte Managementsysteme wie das Qualitätsmanagement oder das Umweltmanagement bieten aufgrund ihrer großen Ähnlichkeit eine nutzbare Infrastruktur. So kann auf klare strategische Ziele, geregelte Zuständigkeiten, auf Kontrollprozesse und  eine funktionierende Dokumentation zurückgegriffen werden.

Verfügt ein Unternehmen zum Beispiel über ein Umweltmanagementsystem nach EMAS oder ISO 14001, ist der Aufwand für die zusätzliche Einführung eines Energiemanagements deutlich geringer, da circa 60 bis 70% der Strukturen und eine Vielzahl von Anforderungen bereits umgesetzt sind.
Beim Rückgriff auf ein betriebliches Qualitätsmanagement können  immer noch etwa 25 bis 30% der Strukturen genutzt werden, die auch für ein EnMS nach DIN EN ISO 50001 erforderlich sind.

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