Die Preisträger 2017

Herzlichen Glückwunsch! Die dena gratuliert den Preisträgern des Energy Efficiency Award 2017

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat am 20. November 2017 auf ihrem Kongress in Berlin den Energy Efficiency Award 2017 an herausragende Energieeffizienzprojekte in privaten und öffentlichen Unternehmen verliehen. Ausgezeichnet wurden herausragende Projekte in den Kategorien Energiewende 2.0, Energieeffizienz 4.0 sowie Energiemanagement und –dienstleistungen. Zudem wurden erstmals auch Konzepte zur Steigerung der Energieeffizienz mit dem Publikumspreis des Energy Efficiency Award 2017 ausgezeichnet.

Unternehmensgruppe ALDI SÜD gewinnt Kategorie Energiewende 2.0

ALDI SÜD überwacht kontinuierlich an allen Standorten die Energieverbräuche mithilfe eines nach ISO 50001 zertifizierten Energiemanagementsystems und hat dafür eine entsprechende Software implementiert. Bei dieser kommt ein individueller und detaillierter Analyseprozess zum Einsatz. So können Mehrverbräuche identifiziert und unnötige Energieverbräuche reduziert werden. Derzeit sind 30 Energiemanagementbeauftragte im Unternehmen beschäftigt. Sie leisten einen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz u. a. mit den folgenden Maßnahmen.

Im Rahmen der Filialmodernisierung wird bei ALDI SÜD seit Anfang 2016 ausschließlich LED-Beleuchtung eingesetzt. Bis Ende 2016 wurden die Verkaufsräume, die Parkplatz- sowie die Logobeleuchtung von rund 430 (von 1.870) Filialen energieeffizient modernisiert. Im Bereich Kältetechnik kommen energieoptimierte Kühlmöbel sowie Kälteanlagen zum Einsatz und in den Verkaufsräumen wurden 29.000 ältere Kühltruhen gegen energieeffiziente Kühltruhen mit LED-Beleuchtung ausgetauscht.

Bis 2016 sind 990 Kühlregale mit umweltfreundlichem Kältemittel (CO2) und LED-Beleuchtung ausgestattet worden. Für die Kühlregale entwickelte ALDI SÜD spezielle Nachtrollos, die das Regal so dicht verschließen, dass der Energieverbrauch außerhalb der Öffnungszeiten deutlich gesenkt wurde.

ALDI SÜD verfolgt außerdem das Ziel, die Energiewende und den Klimaschutz aktiv zu fördern. Dazu installiert das Einzelhandelsunternehmen über 1.250 Photovoltaikanlagen zur Eigenstromnutzung auf den Dächern von Filialen und Logistikzentren sowie Ladeinfrastruktur für elektrische Mobilität und verfolgt die Nutzung von Batteriespeichersystemen. Bis jetzt wurden über 50 Standorte mit Elektroladesäulen auf Filialparkplätzen für Elektroautos und -fahrräder ausgestattet, welche während der Sonnenstunden mit dem Strom aus den Photovoltaikanlagen gespeist werden und von den Kunden kostenlos genutzt werden können. In den Neubaufilialen werden auch strombetriebene Wärmepumpen verbaut, um den selbst produzierten Solarstrom in Wärme umzuwandeln.

Für die Wettbewerbskategorie waren nominiert:

  • Unternehmensgruppe ALDI SÜD für den Einsatz von eigenerzeugtem Solarstrom neben energieeffizienter Technik und eines Energiemanagementsystems ,
  • Robert Bosch  für die systemdienliche Reduzierung von Lastspitzen zugunsten eines gleichmäßigen Energieverbrauchs und die Steigerung der Energieeffizienz im Werk Nürnberg,
  • Guangdong Province Traditional Chinese Medical Hospital und Guangzhou Institute Of Building Science CO. LTD. für den Einsatz energiesparender Technologien in Gebäuden im subtropischen Raum mithilfe einer effizienten Lüftungs- und Klimaanlage, einer energieeffizienten Beleuchtung sowie der Nutzung erneuerbarer Energietechnologien

Das Factsheet zum Preisträgerprojekt ALDI SÜD (PDF) zum Donwload

AIXTRON SE ist Preisträger der Kategorie Energieeffizienz 4.0

AIXTRON SE stellte durch ein Vergleichsverfahren fest, dass die Erzeugung benötigter Kälte- und Wärmemengen trotz hocheffizienter Anlagen sehr viel Energie benötigt. Um die Energieeffizienz zu steigern, beauftragte AIXTRON SE den Energiedienstleister SPIE Energy Solutions GmbH mit der Durchführung einer Analyse der Energieverbräuche zur Erzeugung von Kälte und Wärme. Auf dieser Basis wurden Energieeffizienzmaßnahmen entwickelt und umgesetzt.

Um die Volumenströme, Förderhöhen der Pumpen und die Temperaturen auf das bedarfsgerechte Minimum des entsprechenden Netzes regeln zu können, erfolgte eine Trennung des Prozess- und Klimakaltwassernetzes. Die hydraulische Optimierung von Verbrauchern und Erzeugern, die Nachrüstung von Frequenzumrichtern und verschiedene Erweiterungen in der Regelungstechnik führten zu einer Reduzierung der Stromaufnahme der Pumpen auf einen Bruchteil der Ausgangswerte. Darüber hinaus wurde eine bereits vorhandene Turbokältemaschine in Betrieb genommen. Immer dann, wenn der Heizwärmebedarf gering ist, stellt diese die effizienteste Möglichkeit der Kälteerzeugung dar. So können große Teile des jährlichen Kühlenergiebedarfs hoch effizient bereitgestellt werden. Die neu eingeführte, intelligente Freigabelogik der Maschine gewährleistet mit höchster Präzision eine sichere Kälteversorgung für den Produktionsprozess, und hat zum
Ziel Kühl- und Heizenergie für alle Verbraucher energieeffizient bereitzustellen.

Voraussetzungen für einen wirkungsgradoptimierten Einsatz der Wärmepumpen sind der kontinuierliche Übergang von Wärmenutzung auf Rückkühlbetrieb und der gezielte Einsatz einer Wärmepumpe als effizienter Wärmeerzeuger für beide Heiznetze. Durch die Installation von Frequenzumrichtern an den Kühlwasserpumpen und von Regelventilen im Kühlwasser wurde die freie Kühlung regelungstechnisch nutzbar gemacht. Eine weitere Optimierung wurde erreicht, in dem mehrere Kühltürme mit geringer Leistung statt wenige Kühltürme mit hoher Drehzahl betrieben werden. Die Betriebsweise sowie die Mess- und Zähleinrichtungen zur Erfassung der Energieverbräuche werden durch SPIE stetig überwacht.

Für die Wettbewerbskategorie waren nominiert:

  • AIXTRON für die digitale Messung und Fernüberwachung von Energiedaten im Rahmen eines Energiecontractings sowie Energieeffizienzmaßnahmen in Heiz- und Kälteanlagen
  • Caféhaus - Langes für die konsequente Energieeffizienzsteigerung in der Gastronomie durch energieeffiziente Beleuchtung, Kälteerzeugung und den Einsatz einer Kleinwindanlage,
  • PV Crystalox Solar Silicon für die Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion und die digitale Verknüpfung des Energiemanagementsystems mit Hauptstromverbrauchern und Produktionsdatenbanken.

Das Factsheet zum Preisträgerprojekt AIXTRON (PDF) zum Donwload

Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen überzeugt in der Kategorie Energiemanagement und –dienstleistungen

Um langfristig seine Ressourcen zu schonen und den Schutz der Umwelt zu unterstützen, hat sich der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen e. V. (FLVW) für einen proaktiven Pumpentausch entschieden. Das Projekt „Rote Karte für Energiefresser“ wurde im Mai 2017 umgesetzt. Die Sanierungslösung für den Pumpenaltbestand entwickelte WILO SE. Zunächst wurden mithilfe einer Bestandsaufnahme alle großen Energieverbraucher der drei Teilbereiche SportHotel, SportSchule und SportCongressCenter des Verbandes identifiziert. So konnten mehr als 30 veraltete Pumpen in der Heizungsanlage ermittelt werden. Es handelte sich dabei um alte, ungeregelte Pumpen mit Asynchronmotoren. Diese wurden mittels einer Lebenszykluskostenanalyse (LCC-Analyse) bewertet und mit Hocheffizienzpumpen verglichen.

Die neu eingebauten Hocheffizienzpumpen zeichnen sich durch einen optimierten und bedarfsgeregelten Betrieb aus und ermöglichen so ab dem ersten Tag eine signifikante Senkung der Energiekosten. Der FLVW erzielte mit seinem Pumpentauschprojekt Stromeinsparungen von bis zu 90 Prozent gegenüber den alten, ungeregelten Heizungspumpen. Das Pumpenaustauschprojekt wurde von WILO mit einem Kooperationspartner für Crowdlending – einer speziellen Form der Vermittlung von Privat- und Unternehmenskrediten – durchgeführt. Durch den schnellen und unbürokratischen Ablauf der Crowdfinanzierung konnte der Austausch der alten Pumpen durch die neuen energieeffizienten
Pumpen schnell und einfach umgesetzt werden. Die Anleger (= die Crowd) haben mit ihren Investitionen den FLVW dabei unterstützt, sich zum Pumpentausch zu entschließen.

Des Weiteren wurden Zuschüsse aus dem Förderprogramm „Pumpenförderung“ des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und damit gleichzeitig auch der Initiative „Deutschland macht’s effizient“ des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zur Finanzierung des Projekts genutzt. Dazu kommen die Einsparungen der Energiekosten, die jedes Jahr beim FLVW anfallen.

Für die Wettbewerbskategorie waren nominiert:

  • Bac Ninh Sewerage Company und Tilia GmbH für die energetische Optimierung mit gleichzeitiger Verbesserung der Qualität der Abwasserbehandlung in einem Abwasserunternehmen in Vietnam,
  • Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen und WILO SE für ein Vorzeigeprojekt zum Einbau energieeffi-zienter Pumpen bei einem Sportverein mithilfe von Crowd-Finanzierung,
  • Sozialstiftung Bamberg Energiemanagement und SPIE Energy Solutions GmbH für eine Energiesparcontractinglösung im Klinikum am Bruderwald, welche die Energieeinsparungen in Klima- und Lüftungsanlagen, in der Dampf- und Wärmeerzeugung sowie in der Kälteerzeugung steigert.

Das Factsheet zum Preisträgerprojekt des Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (PDF) zum Downwload

Krones – Werk Steinecker erhält den Publikumspreis

Das anwesende Fachpublikum votierte in einer Live-Abstimmung während der Preisverleihung für die Vergabe des Publikumspreises an den Maschinenbauer Krones – Werk Steinecker für das Konzept einer energetisch autarken Brauerei, die sich dank der Verwertung ihrer Reststoffe selbst mit thermischer und elektrischer Energie versorgen kann.

Für die Wettbewerbskategorie waren nominiert:

  • Krones – Werk Steinecker für das Konzept einer energetisch autarken Brauerei, die sich dank der Verwertung ihrer Reststoffe selbst mit thermischer und elektrischer Energie versorgen kann,
  • I[n]solation UG für ein mehrschichtiges innovatives Rollladensystem, welches im ausgefahrenen Modus einen Wärmedämmwert einer gedämmten Wand erreicht. Im eingefahrenen Zustand kann der volle Solarertrag genutzt werden,
  • Stadtwerke Münster in Kooperation mit dem Tiefbauamt Münster für ein Straßenbeleuchtungskonzept, das zum einen die Umweltauswirkungen durch Lichtverschmutzung reduziert und zum anderen Energie und Kosten einspart.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) vergibt den Energy Efficiency Award seit 2007 im Rahmen ihrer Initiative EnergieEffizienz. Der internationale Wettbewerb wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und realisiert mit Unterstützung der Premium-Partner Danfoss GmbH und KfW.

Gefördert auf Beschluss des Deutschen Bundestages durch

Mit freundlicher Unterstützung der Premium-Partner

Retrospektive